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Flexibel studieren neben dem Beruf – Das Fernstudienkonzept der AKAD Bildungsgesellschaft

Die AKAD Bildungsgesellschaft mit Sitz in Stuttgart ist die Trägergesellschaft hinter der AKAD University und zählt zu den etablierten privaten Anbietern im deutschen Fernstudiumsmarkt. Sie verbindet akademische Fernstudiengänge (Bachelor/Master/MBA) mit akademischen Weiterbildungen und weiteren Fernlehrgängen. Historisch ist AKAD vor allem dafür bekannt, berufsbegleitendes Lernen früh professionalisiert zu haben – also genau für Menschen, die neben Job, Familie oder anderen Verpflichtungen studieren möchten.

Einordnung: Was ist AKAD – und was ist „AKAD Bildungsgesellschaft“?

Wichtig ist die Begriffstrennung: Die AKAD Bildungsgesellschaft fungiert als Trägerin; das eigentliche Hochschulangebot wird unter der Marke AKAD University geführt. In der Praxis bedeutet das: Wenn du „bei AKAD studierst“, bist du typischerweise in einem staatlich anerkannten Fernstudiengang der Hochschule eingeschrieben; Verwaltung, Qualitätssicherung, Studienmaterial, Lernplattform, Prüfungsorganisation usw. werden institutionell über die Trägerstruktur ermöglicht.

Geschichte und Profil: Fernunterricht „seit Jahrzehnten“

AKAD geht auf eine Gründung Ende der 1950er Jahre zurück und hat sich aus der Erwachsenenbildung/Fernunterrichtskultur entwickelt. In der Außendarstellung betont AKAD die lange Tradition (über 65 Jahre) und eine große Alumni-Basis.

Solche Kennzahlen sind marketingtypisch – inhaltlich relevant ist aber: Das Geschäftsmodell ist nicht „Campus first“, sondern konsequent auf Fernlehre und berufsbegleitende Bildung zugeschnitten.

Studienangebot: Breite, aber klar berufsorientiert

AKAD positioniert sich als Fernhochschule mit einem vergleichsweise breiten Portfolio. Genannt werden u. a. Studiengänge/Programme in Feldern wie:

  • Wirtschaft & Management
  • Technik & Informatik
  • Kommunikation & Kultur
  • Gesundheit & Soziales

Je nach Darstellung auf den AKAD-Seiten ist von „über 65 Bologna-Fernstudiengängen“ bzw. „über 80 Fernstudiengängen“ die Rede; dazu kommen über 120 akademische Weiterbildungen. Solche Zahlen schwanken, weil Programme überarbeitet, zusammengelegt oder neu aufgelegt werden.

Für dich als Interessent: Entscheidend ist weniger die Zahl als die Passung (Curriculum, Vertiefungen, Anerkennung, Prüfungsformate, reale Studiendauer).

Abschlussarten

AKAD bietet Bachelor-, Master- und MBA-Abschlüsse sowie Zertifikatsangebote an. Das Portfolio ist typischerweise stark an Arbeitsmarktrelevanz ausgerichtet (BWL/Management, Informatik, Wirtschaftsingenieur- und ähnliche Profile).

Staatliche Anerkennung, ZFU und Akkreditierung: Das ist der Kern für Seriosität

AKAD ist staatlich anerkannt

Bei Fernstudium ist Qualität/Anrechnung oft die zentrale Frage. Hier sind drei Ebenen wichtig:

(a) Staatliche Anerkennung und institutionelle Akkreditierung

Die AKAD University ist staatlich anerkannt; außerdem spielt in Deutschland für private Hochschulen die institutionelle Akkreditierung (Qualitätsprüfung auf Hochschulebene) eine große Rolle. In der öffentlichen Darstellung wird u. a. eine (Re-)Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat genannt.

(b) Programm- und Systemakkreditierung

Traditionell werden Studiengänge programmakkreditiert (einzelne Programme durch Agenturen). Zusätzlich gibt es die Systemakkreditierung, bei der das interne Qualitätssicherungssystem der Hochschule begutachtet wird – mit dem Effekt, dass die Hochschule Studiengänge im Rahmen des Systems selbst mit dem Siegel des Akkreditierungsrat versehen kann.

Was das praktisch heißt: Prozesse (Curriculum-Entwicklung, Evaluation, Prüfungsqualität, kontinuierliche Verbesserung) werden als System beurteilt, nicht nur als Einzelfall.

(c) ZFU-Zulassung (sehr relevant bei Fernlehrgängen)

Für viele Fernlehrangebote in Deutschland ist die Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zentral: Sie prüft und lässt Fernlehrgänge zu. AKAD kommuniziert, dass Studiengänge und Zertifikatslehrgänge von der ZFU zugelassen/geprüft sind. Das ist ein wichtiger formaler Marker, vor allem bei nicht-hochschulischen Fernlehrgängen/Zertifikaten.

Akkreditierungsagenturen

In der Außendarstellung wird genannt, dass Programme u. a. durch ACQUIN bzw. ZEvA akkreditiert wurden/werden. Das ist im deutschen Akkreditierungssystem gängig.

Didaktik & Studienorganisation: Wie „funktioniert“ das Fernstudium bei AKAD typischerweise?

AKAD ist stark auf Flexibilität ausgerichtet: ortsunabhängiges Lernen, digitale Plattformen, Studienmaterialien und planbare Prüfungsfenster bzw. Prüfungsorganisation.

Ein reales Unterscheidungsmerkmal im Fernstudium ist weniger „digital ja/nein“, sondern:

  • Wie gut ist die Studienorganisation (Betreuung, Reaktionszeiten, Transparenz der Module)?
  • Wie sind Prüfungen gestaltet (Klausuren, Hausarbeiten, Projektarbeiten, Online-Proctoring vs. Präsenz)?
  • Wie klar ist die Workload-Steuerung (ECTS-Logik, realistische Wochenstunden)?

AKAD nennt in Beispielkostenmodellen häufig einen Richt-Lernaufwand (z. B. ca. 10 Stunden/Woche in bestimmten Modellen). Für Berufstätige ist das hilfreich – aber nur, wenn du ehrlich mit deiner Zeitplanung bist (Pendeln, Peak-Phasen im Job, familiäre Care-Arbeit).

Kostenmodell: Ratenlogik und Laufzeit als Stellhebel

Private Fernhochschulen arbeiten meist mit Monatsraten und Laufzeitmodellen. AKAD stellt dazu ein Kostenmodell dar (Beispiel „Stretch“ mit längerer Laufzeit und niedrigeren Monatsraten; daneben oft schnellere Varianten mit höheren Raten).

Als Größenordnung werden z. B. Monatsraten im Bereich um ~200+ EUR in bestimmten Beispielen genannt; je nach Studiengang, Modell und Dauer kann das deutlich variieren.

Wie du Kosten am besten vergleichst:

  • Gesamtkosten (nicht nur Monatsrate) vergleichen.
  • Klären, was inklusive ist: Materialien, Prüfungsgebühren, Wiederholungen, Betreuung, Softwarelizenzen.
  • Vertragsdetails prüfen: Kündigungsfristen, Verlängerungsoptionen, Unterbrechungen.

AKAD argumentiert außerdem, dass Fernstudium insgesamt oft günstiger wirken kann, weil Umzugs-, Mobilitäts- und Opportunitätskosten eines Präsenzstudiums entfallen bzw. sinken. Diese Logik ist plausibel, aber stark individuell (Wohnort, Lebenshaltung, Arbeitsstunden).

Standorte/Präsenzanteile: Warum gibt es „Standorte“, wenn es Fernstudium ist?

Viele Fernhochschulen unterhalten regionale Prüfungs- oder Betreuungsorte. Drittseiten berichten von einer größeren Zahl bundesweiter Standorte; AKAD selbst bewirbt „lokal studieren“ für bestimmte Städte.

Für dich relevant: Kläre, ob du Prüfungen oder einzelne Veranstaltungen (z. B. Einführungen) vor Ort brauchst oder ob dein Studiengang vollständig online abbildbar ist.

Für wen ist AKAD besonders passend – und für wen eher nicht?

Typisch passend, wenn du …

  • berufsbegleitend studieren willst und hohe zeitliche Flexibilität brauchst,
  • ein berufsorientiertes Curriculum suchst (Praxisnähe, anwendungsbezogene Module),
  • Wert auf formale Anerkennung/Akkreditierung legst (staatlich anerkannt, ZFU/Agenturen/System).
  • Eher kritisch prüfen, wenn du …
  • ein stark forschungsgetriebenes Umfeld mit intensiver Labor-/Campuspräsenz erwartest,
  • sehr viel „klassisches“ studentisches Leben (Vereine, Campusnetzwerke, tägliche Präsenz) suchst,
  • extrem knappes Budget hast (private Gebühren vs. staatliche Universität).

Praxis-Tipps für die Entscheidung

  • Modulhandbuch/Curriculum anfordern und mit deinem Zieljob abgleichen (Pflichtmodule, Vertiefungen, Matheanteil, Programmieranteil, Projektanteil).
  • Prüfungsformen konkret klären (online/präsenz, Häufigkeit, Wiederholungen).
  • Anrechnung prüfen: Vorleistungen, IHK-Fortbildungen, berufliche Qualifikationen – wichtig für Zeit und Kosten.
  • Betreuung testen: Ein Beratungsgespräch nutzen und gezielt nach „Worst-Case“-Szenarien fragen (Krankheit, Pausen, Verlängerung, Teilzeitspitzen).
  • Kosten sauber rechnen: Gesamtkosten + Puffer + Zeitplan